Content-Qualität kann mehr als nur gute Inhalte

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Content-Qualität bedeutet mehr als nur gute Inhalte

Vom Content Shock hast du schon mehrfach gehört – auch auf meinem Blog. Zu viel, zu unbedeutend, zu redundant, so gestaltet sich ein Großteil der Online-Inhalte. Wie können wir angesichts dieser Informationsflut im Internet noch die eigene Zielgruppe erreichen? Ein möglicher, ich würde sogar sagen der beste Weg, führt über Content-Qualität. Die Qualität unserer Inhalte ist aber nicht nur ein probates Mittel gegen den Content Shock, sie ist auch eine meist ungenutzte Möglichkeit sich stark am Markt zu positionieren.

Aufmerksamkeit – Die erste und größte Hürde

Wie wertvoll die Ressource Aufmerksamkeit ist und wie erbarmungslos der Kampf um diese geworden ist, zeigt eine Studie der Havas Gruppe: 60% der Befragten gaben an, dass sie Inhalte, die von Unternehmen veröffentlicht werden, für irrelevant halten. Es macht also genau gar keinen Sinn Budget ohne Nachdenken und Strategie in die Erstellung von Content zu stecken.
Aber nicht nur die Informationsflut bzw. der Content Shock macht dir das digitale Leben schwer. Im März 2017 überarbeitete Google seine Ranking-Kriterien: Es werden Seiten bestraft, die gegen aktuelle Webmaster-Richtlinien verstoßen. Das bedeutet für dich: Die Qualität der Seiteninhalte rückt auch bei Google und anderen Suchmaschinen immer weiter in den Vordergrund. Wenn du also seitens der Suchmaschinen Aufmerksamkeit willst, musst du in Qualität investieren.
Diese Veränderungen haben dazu geführt, dass der Begriff Content-Qualität schon häufiger diskutiert wurde. An der Umsetzung scheitern viele jedoch nach wie vor. Was bedeutet Content-Qualität? Was braucht es, um seiner Zielgruppe kontinuierliche Content-Qualität zu liefern? All das verrate ich dir in diesem Beitrag.

Wenn du von Suchmaschinen Aufmerksamkeit willst, musst du in Qualität investieren. #contentmarketing #contentquality Klick um zu Tweeten

Was bedeutet Content-Qualität?

Auf diese Frage habe ich leider keine simple Antwort. Oder vielleicht doch? Ich habe bei meinem Vortrag am Content Day 2018 in Salzburg die These aufgestellt, dass es im Grunde nur ein einziges Kriterium für Content-Qualität gibt: Relevanz! Es stellt sich nur noch die Frage, relevant für wen und in Bezug auf was.

Lass uns also darüber reden, was Content-Qualität auszeichnet und wann Relevanz gegeben ist. Andreas Quinkert nennt in seinem Beitrag folgende zwei Punkte:

  • Content muss (!) sich positiv auf die in der Kommunikation verankerten Unternehmensziele auswirken. Hochqualitative Inhalte tragen entscheidend zur Markenbekanntheit, Imagepflege, Reputation und Vertrauensbildung bei.
  • Content muss (!) der eigenen Zielgruppe einen praktischen Nutzen bieten. Die Zielgruppe sollte etwas davon haben, sich mit deinen Inhalten zu beschäftigen.

Meiner Meinung nach spannt sich das Thema „relevante Inhalte“ jedoch über drei große Bereiche, die an die drei wichtigsten Player gekoppelt: Unternehmen, Zielgruppen und Gatekeeper!

  • Content muss (!) sich positiv auf die Ziele der Gatekeeper auswirken, die selbst meist Unternehmen sind. Denke etwa an Google oder Facebook, die als Unternehmen mit ihren Algorithmen eine massive Filterfunktion für veröffentlichte Inhalte darstellen.

Nur in der Interessens-Schnittmenge aller drei Player kann echter Qualitätscontent entstehen. Content Qualität zeichnet sich für mich nämlich dadurch aus, dass die publizierten Inhalte für alle Beteiligten relevant sind.

Qualitätscontent dient den Interessen aller Beteiligten.

Neben diesen inhaltlichen Anforderungen gibt es aber noch eine Reihe von formalen Merkmalen, die Content-Qualität auszeichnet. Hier einige Beispiele:

  • Informativ
    Qualitativ hochwertige Inhalte beantworten Fragen klar und vollständig. Anstatt ein Thema nur zu überfliegen, setzt sich dieser Inhalt vollständig und tiefgreifend mit dem jeweiligen Thema auseinander und haben einen holistischen Anspruch.
  • Unterhaltsam und gut teilbar
    Auch emotionale und technische Faktoren spielen bei der Content-Qualität eine Rolle. Zu den technischen Faktoren gehören Inhaltsarten (Welche Art funktioniert für welchen Kanal am besten?) und Flexibilität (Wie leicht ist der Inhalt zu teilen?). Die emotionalen Faktoren beinhalten Nützlichkeit (Was hat die Zielgruppe von den Inhalten?), emotionale Werte (Ist der Inhalt unterhaltsam und inspirierend?) und einen Wow-Faktor (Löst der Inhalt eine Reaktion aus?).
  • Einzigartig
    Das Kopieren der Arbeit anderer bringt niemanden etwas: dir keine guten Rankings, keinen Anstieg deiner Reputation und Glaubwürdigkeit und den UserInnen keinen Nutzen. Bemühe dich daher wirklich Inhalte zu erstellen, die wichtige Themen, Fragen und Probleme deiner Zielgruppe behandeln und gleichzeitig deinen einzigartigen Standpunkt widergeben.
  • Wertvoll
    Der beste Inhalt bietet wertvolle Informationen. Qualitativ hochwertige Inhalte berücksichtigen die eigenen Ressourcen und Ideen, die Branche sowie die vorhandenen Zielgruppenbedürfnisse. All diese Aspekte sollte Content in sich vereinen – dann hilft er deiner Dialoggruppe noch lange nach seiner Veröffentlichung und wird Evergreen Content.
  • Persönlich
    Jede einzelne Stimme und jede persönliche Sichtweise hat Platz in der Welt des Internets. Auch deine! Dein persönlicher Standpunkt ist unerlässlich für eine gute Content-Strategie und den Aufbau deiner einzigartigen (Personen-)Marke.
  • Optimiert
    Das Erstellen von Inhalten mit Leidenschaft und einer persönlichen Note ist wichtig. Aber du es sind nicht nur die UserInnen, die online aktiv sind. Auch Suchmaschinen müssen deinen Content lieben. Nur so kommst du mit ihnen auf die erste Seite.

Lass uns noch einmal den SEO-Aspekt aufgreifen, denn Content-Qualität können wir messen. Hierfür hat die Suchmaschine von Microsoft BING drei Qualitätskriterien definiert:

  • Vertrauenswürdigkeit
    Es werden alle möglichen Quellen von Webseiten, Archiven bis zu Beiträgen inklusive der Kommentare und Likes in sozialen Netzwerken zur Bewertung der Vertrauenswürdigkeit herangezogen. Bewertet wird die Expertise und Reputation des Autors, der den Inhalt erstellt hat.
  • Nutzen
    Suchmaschinen sind mittlerweile in der Lage einen Text sehr genau zu analysieren. Dabei berücksichtigt der jeweilige Algorithmus die Beziehung der Suchanfrage zum Kontext der Seite und anderen Texten. Selbst erstellter Content macht sich besser als kuratierte Inhalte. Auch multimediale Inhalte werden von den Suchmaschinen berücksichtigt.
  • Präsentation
    Ist der Inhalt einfach zu lesen, gut strukturiert und leicht zu finden? Dann machst du bei der Präsentation deiner Inhalte alles richtig. Suchmaschinen bevorzugen den einfachen Zugang zu Inhalten, Lesbarkeit und Design.

Damit ist die Liste der Qualitätskriterien jedoch nicht vollständig. Je nachdem aus wessen Perspektive (Unternehmen, Gatekeeper, Zielgruppe) du schaust, kommen Kriterien hinzu oder geraten andere in den Hintergrund.

Nehmen wir etwa die Perspektive des Unternehmens: Was muss Qualitätscontent bieten? Er sollte etwa zielgerichtet, umsatzfördernd und imagebildend sein. Aber sollte Content auch nachhaltig, günstig und evergreen sein? Hier scheiden sich die Geister und viele UnternehmerInnen wissen selbst nicht so genau, welchen Kriterien ihr Content genügen soll.

Das ist nicht nur schade, weil du ohne klare Kriterien deine Content-Qualität nicht messen kannst, es ist auch sehr gefährlich. Ich würde sogar sagen, dass es aus Unternehmenssicht fatal ist.

Warum? Ich verrate es dir:

Niemand, außer dir, interessiert sich für deine Inhalte und somit auch nicht für ihre Qualität!

Die User klicken und wischen über deine Inhalte hinweg und die Gatekeeper lassen andere Inhalte durch, denn von denen gibt es ja massig im Netz. Das bedeutet im Klartext, dass Content-Qualität allein dein Ding ist! Qualitätscontent ist kein Nice-to-Have, es ist ein Must-Have, denn ohne Qualität wirst du im Content-Marketing-Spiel nicht mithalten können.

Wenn du mit deinen Inhalten irgendjemanden zu irgendetwas bewegen willst, wirst du um Qualitätscontent nicht herumkommen.

Niemand, außer dir, interessiert sich für deine Inhalte und somit auch nicht für ihre Qualität. #contentmarketing Klick um zu Tweeten

Content-Qualität ist ein Prozess

Wenn ich über Qualitätscontent schreibe und spreche, dann denke ich dabei nicht ausschließlich an die Qualität der Inhalte entlang der Customer Journey. Mir geht es um die Qualität entlang der gesamten Content-Wertschöpfungskette. Genauer gesagt, ist Content-Qualität in meinen Augen immer ein Prozess. Dieser Prozess geht durch alle drei Content-Interessentsfelder (Unternehmen, Gatekeeper, Zielgruppe) hindurch, wird allerdings nur von einem einzigen Player angestoßen – und das bist du als Contet-Produzent!

Was das für dich bedeutet? Du musst dich proaktiv darum bemühen, dass deine Inhalte allen drei Interessensbereichen genügen. In allen drei Bereichen gibt es viel zu tun und viele Möglichkeiten Content zu verbessern.

Content für Gatekeeper optimieren

Im Interessensfeld der Gatekeeper sollten wir uns z.B. folgende Fragen stellen:

  • Was sind die Interessen der einzelnen Gatekeeper?
  • Wie funktionieren ihre Algorithmen?
  • Wie erreicht Content ausreichend organische Reichweite?
  • Welche SEO-Kriterien sind relevant?
  • Wie können wir Content technisch und kanalspezifisch optimieren?

Content für Zielgruppen optimieren

Bei den Zielgruppen sollten wir uns genaz genau unseren Personas widmen. Wie du eine effektive Persona erstellst, habe ich in diesem Beitrag beschrieben. Wichtig dabei: Verstehe diese fiktiven Personen als Teil des Content-Qualitäts-Prozesses und optimiere sie laufend!

Schau dir bei der Nutzung deiner Personas auch unbedingt folgene Punkte an:

  • Setzt du die drei Nachrichtenfaktoren aus dem klassischen Journslismus aktiv ein? Bedient dein Content diese Faktoren?
  • Kennst du die Beweggründe, warum Menschen überhaupt das Social Web nutzen und befriedigt dein Content die Bedürfnisse der Menschen?
  • Was sagen deine Website-Analysedaten? Woher kommen die BesucherInnen? Was machen sie? Wonach suchen sie wirklich und wo bleiben sie?
  • Und ganz wichtig: Rede mit echten Menschen und noch wichtiger – höre ihnen zu! Was sagen sie? Welche Begriffe nutzen sie und nach welchen Phrasen suchen sie online?

Content für Unternehmen optimieren

Inhalte für Unternehmen zu optimieren ist schwierig, weil viele UnternehmerInnen – wie bereits erwähnt – nicht genau wissen, welche Kriterien für sie selbst relevant sind. Content-Qualität scheitert in Unternehmen meist an folgenden drei Punkten:

  • Es fehlt das Verständnis für den Wert des Qualitätscontents selbst.
  • Es fehlen die notwendigen Struktutren und Prozesse.
  • Es fehlt an Ressourcen in Form von Zeit und Budget.

Diesen Problemen möchte ich mir mit dir näher anschauen.

Was hat Content-Qualität mit Haltung zu tun?

Ein wichtiger Faktor, der über Content-Qualität entscheidet, ist das Verständnis für dessen Wert und das hat ganz viel mit Haltung zu tun. Was ist damit gemeint?
Hier muss ich etwas weiter ausholen, da die Diskussion um das Thema Haltung im Bereich Content Marketing recht neu ist. Thomas Koch und Johannes Ceh führten Anfang 2017 einen Briefwechsel auf W&V. Es ging um das Silodenken in der Marketingbranche und um mehr Transparenz im Bereich Native Advertising. Doch auch Christian Fill, Vorstandsvorsitzende des Content Marketing Forums, meldete sich zu Wort und ermunterte zu mehr Haltung im Content Marketing. Das Fazit ihrer Diskussion umschreibt Thomas Koch:

„Content ist größer. Next level. Content sind stimmige Inhalte und ehrliche Kommunikation. Content hat Inhalte, die auch kritischen Fragen standhalten. Content besitzt Haltung. Dann, aber auch nur dann, kann Content zur Königsdisziplin aufsteigen.“ (Quelle)

Für Andreas Quinkert spielt auch Wahrhaftigkeit eine entscheidende Rolle, also der Wille zur Wahrheit. Denn von Wahrhaftigkeit lassen sich seiner Meinung nach viele andere maßgeblich ethischen Handlungsweisen für Content Marketing ableiten. Das umfasst seriösen Umgang mit Quellen, Transparenz, Faktentreue, Ehrlichkeit uvm.
Haltung ist also ein Zustand, den du dauerhaft einnehmen solltest. Deine Zielgruppe kommt dir sehr schnell auf die Schliche, wenn du diese zu oft wechselst.

Haltung ist also ein Zustand, den du dauerhaft einnehmen solltest. #contentmarketing #haltung #contentquality Klick um zu Tweeten

Verwechsle Haltung jedoch nicht mit Meinung! Erst vor kurzem habe ich mit einem lieben, sehr intelligenten Freund über diesen Unterschied diskutiert. Mein Standpunkt hierzu: Haltung entspringt aus unserem innersten Warum. Dieses muss Bestand haben, sonst sind wir nicht authentisch.
Meinungen sind für mich hingegen Hypothesen, die ich im Gespräch mit anderen verifiziere oder eben falsifiziere. Meinungen stehen in einem Zusammenhang mit meiner Haltung, lassen sich auf mein Warum zurückführen, sind aber nicht ein und dasselbe.
Sei dir im Klaren darüber, wofür dein Unternehmen und deine Marke stehen – dein Warum. Richte dein Marketing und deine Kommunikation auf diese Aspekte aus. Diese Haltung zeigst und kommunizierst du gegenüber deiner Zielgruppe und allen anderen relevanten öffentlichen Gruppierungen. Lass aber auch deine Standpunkte und Meinungen zu aktuellen Entwicklungen einfließen. Achte nur darauf, dass deine Haltung und deine Meinung dasselbe Warum in sich tragen.

Das Gefährliche: Den Wert von Haltung, den Wert von Qualitätscontent und ihren Zusammenhang begreifen viele Unternehmen meist erst dann, wenn sie etwas davon beschädigt oder eingebüßt haben. 

Regelmäßige Qualitätssicherung in der Content-Produktion

Qualitätssicherung wird in vielen Branchen genutzt und ist ein Sammelbegriff für unterschiedliche Ansätze und Maßnahmen zur Sicherstellung festgelegter Qualitätsanforderungen. Als UnternehmerIn oder Kommunikationsverantwortlicher musst du sicherstellen, dass deine Inhalte dauerhaft einem hohen Qualitätsstandard entsprechen. Mit einer regelmäßigen Qualitätssicherung kannst du überprüfen, ob du auf dem richtigen Weg bist.
Content-Qualität kann nur gesichert werden, wenn Qualitätssicherung innerhalb der Content-Produktion ein vor- und nachgelagerter Prozess im Redaktionsablauf ist. In einem Redaktionsprozess können wir die Qualitätssicherung in drei Phasen unterteilen.

  1. Themenplanung
    Die Themen solltest du im besten Fall in deinem Redaktionsplan mit Vorlauf einplanen und an deine übergeordnete Marketing- und/oder Kommunikationsstrategie anpassen. Verfügst du über ein Team, ist eine gemeinsame Themenfindung bereits Teil der Qualitätssicherung, da du für einen gut gefüllten Redaktionsplan sorgst. Engpässe und schnell zusammengesetzte Beiträge kannst du so vermeiden.
  2. Content-Produktion
    Beim Schreiben stolpern wir alle dann und wann über Blockaden. Natürlich gibt es Möglichkeiten, Schreibblockaden mithilfe kreativer Techniken zu überwinden, sich mit jemanden zu einem Thema auszutauschen, neu zu überdenken und an neue Impulse zu kommen, ist aber noch besser. Wenn du nicht in einem Team arbeitest, suche dir einen Sparringpartner. Warum nicht einen guten Freund oder liebe Kollegin aus der Branche um Feedback bitten?
  3. Schlussredaktion
    Im Idealfall hast du jemanden, der deine Inhalte auf Herz und Nieren überprüft, bevor sie online gehen. Denn auch Rechtschreibfehler und Vertipper schaden der Qualität deines Contents. Wer auf sich gestellt ist, dem helfen auch Tools wie die Online-Rechtschreibprüfung von Duden. Das menschliche Auge und die Erfahrung von Gleichgesinnten ersetzt sie allerdings nicht.

Du siehst, eine kontinuierliche Qualitätssicherung bedeutet einen hohen Einsatz von Ressourcen – finanziell und personell. Neben dem Faktor Zeit sind sie weitere Gründe dafür, warum auch viele große Unternehmen auf eine prozessoptimierte Qualitätssicherung im Rahmen redaktioneller Abläufe verzichten. Das ist aber nicht nur schade, es kommt auch langfristig gesehen, sehr teuer.

„Eingeräumt: Im meist stressigen Redaktionsalltag ist es schlichtweg unmöglich, jemals eine absolut wasserdichte bzw. vollumfängliche Qualitätssicherung durchzuführen. Dafür ist die Aufgabe alles in allem zu gigantisch. Eingespielte Teams wissen jedoch aus Erfahrung, wo sie zuallererst nach Fehlern, Patzern, Ungereimtheiten etc. suchen müssen. Sie kennen ihre „Pappenheimer“, und genau das macht sie so wertvoll bei der Sicherstellung einer größtmöglichen Content-Qualität in einem wirtschaftlich vertretbaren Rahmen.“ (Andreas Quinkert über Qualitätssicherung im Redaktionsprozess)

Was ich dir an dieser Stelle mit Nachdruck sagen will: Das Fehlen von zeit und Geld ist in vielen Fälle ein reiner Denkfehler. Es geht nicht immer darum, neue Ressourcen aufzustellen, sondern bestehende besser zu nutzen bzw. umzuverteilen.

Zeit ist Geld: Content-Qualität verdient Budget und Ressourcen

Der verschärfte Wettbewerb am Content-Markt erfordert einen größeren Aufwand in der Content-Produktion. Eines ist klar: Qualitätscontent ist ein Expertenjob. Experten kosten Geld, aber Content ist keine Ausgabe, sondern eine Investition.

Qualitativ hochwertiger Content benötigt einen kontinuierlichen Prozess und keine kurzfristige Kampagnen. Wir müssen anfangen mit unseren hochwertigen Inhalten anders, nachhaltiger, effizienter umzugehen. Denke in Richtung Evergreen Content, Content Recycling und Content Upcycling. All diese Prozesse sparen dir langfristig jenes Budget, dass du bei der Content-Erstellung investiert hast.

Warum es für guten Content ein Team braucht

Qualitätssicherung ist im Team deutlich einfacher als alleine. In kleinen Abteilungen oder als EinzelkämpferIn sagst du jetzt vielleicht: „Versteh ich, lässt sich für mich aber nicht umsetzen. Ich habe dafür weder Zeit noch Personal.“ Damit stehst du nicht alleine da. Es geht vielen so. Glücklicherweise gibt es eine Lösung dafür. Sie ist einfach, aber nicht leicht: Such dir Partner oder (freie) Teammitglieder.
Das gelingt entweder über virtuelle Marktplätze und Plattformen oder offline in Coworking Spaces und Creativ Hubs. Du musst deine Partner nicht unbedingt bezahlen, auch Kollegen, die mit dir kooperieren und – im Austausch für deine Dienstleistung – die Qualitätskontrolle deiner Inhalte vornehmen, können hilfreich sein. Wichtig ist, dass deine Teammitglieder einige Kriterien erfüllen:

  • Grundlegende Kenntnisse des Themas und der Materie
  • Gute Kenntnisse von Rechtschreibung und Grammatik
  • Genug Zeit und zuverlässige Arbeitsweise, um Deadlines zu halten
  • Ausreichende technische Expertise, um mit Deinem CRM und anderen Tools zurecht zu kommen
  • Kommunikative Fähigkeiten, um Abstimmungs- und Kommunikationsprozesse möglichst reibungsfrei zu gestalten

Warum die Frage der Content-Qualität das ganze Unternehmen beschäftigen muss

Content Marketing in einem Unternehmen einzuführen ist schwierig und je nach Unternehmensgröße und -art immer wieder eine Herausforderung. Es hängt viel davon ab, wer das Thema im Unternehmen vorantreibt:

  • Geschäftsleitung
    Entscheidet die Chefetage über den Einsatz, sind alle Entscheider zumindest formal mit im Boot und haben sich für diese Kommunikationsstrategie entschieden.
  • Operative Ebene
    Möchte ein Mitarbeiter das Thema im Unternehmen vorantreiben, sieht die Sache schon etwas komplizierter aus. Es müssen Hürden überwunden und die Chefetage überzeugt werden. Stichwort: Content-Marketing-Mindset.

Content Marketing hat aber noch weitere Herausforderungen mit Blick auf die Content-Qaulität. Werber, PRler, Digitalmarketer und Publizisten haben nicht nur ein unterschiedliches Verständnis von Content Marketing, sondern auch von Content-Qualität. Jede Disziplin achtet bei der Content-Produktion auf ihre eigene Sichtweise und die eigenen, von der Disziplin abhängigen, Ziele. Unterschiedliche Ziele erzeugen unterschiedliche Erwartungen an die Qualität eines Inhalts.
Wenn jede Abteilung für sich arbeitet, findet deine Zielgruppe je nach Touchpoint unterschiedliche Inhalte und Aussagen vor, die nicht miteinander übereinstimmen. Diese Content-Dissonanz erzeugt Verwirrung bei der Zielgruppe und den Stakeholdern. Darunter leidet die Qualität deines gesamten Contents.
Die Herausforderung besteht darin, die strategischen Kommunikations- und Marketingziele des Unternehmens auf allen vorhandenen Kanälen zu kommunizieren, ohne dabei die Botschaft zu verändern.
Gleichzeitig müssen wir die Bedürfnisse und Ansprüche der Zielgruppe und der unterschiedlichen Kanäle berücksichtigen, denn nur dann erreicht der Inhalt über den richtigen Kanal die richtige Zielgruppe. Nur dann können wir uns sicher sein, den bestmöglichen Inhalt zu bieten.
Dafür muss nicht nur Content Marketing im Unternehmen abteilungsübergreifend betrachtet und umgesetzt werden – auch an der Content-Qualität müssen alle Beteiligten gemeinsam arbeiten.

„Es braucht eine Kultur des „Nützlichseins“, der konsequenten User-Zentrierung und des Willens, über kurzfristige und taktische Ziele hinweg zu sehen. Diesen Luxus hat nicht jede Marketing-Abteilung…“ (Mael Roth)

Content-Qualität als Differenzierungsmerkmal am Markt

Noch einmal zurück zum Wert von Qualitätscontent. Schon einmal darüber nachgedacht Content nicht mehr als Mittel zum Zweck, sondern als eigenständige Produktkategorie zu begreifen? Wenn du deinen Inhalten dieselbe Aufmerksamkeit schenkst, wie deinen anderen Produkten, hast du die Möglichkeit dich neu am Markt zu positionieren. Content-Qualität wird somit zu deinem Differenzierungsmerkmal.

Unter Differenzierung kannst du eine Wettbewerbsstrategie verstehen, die darauf abzielt, die eigenen Produkte und die eigene Marke mit von der Zielgruppe als positiv wahrgenommene Merkmalen auszustatten, um sich so von der Konkurrenz abzuheben. Zu typischen Differenzierungsmerkmalen zählen eine hohe Produktqualität, ein guter Kundenservice und zuverlässige Vertriebswege.

Andreas Quinkert folgert daraus, dass Content-Qualität und die damit verbundene Qualitätsstrategie die „Mutter aller Differenzierungsstrategien“ ist. Die Investition in qualitativ hochwertige Inhalte ist aber eine längerfristige Investition, die sich erst dann auszahlt, wenn Nutzer später erfolgreich durch die Customer Journey geleitet worden sind.

Die Investition in qualitativ hochwertige Inhalte ist eine nachhaltige Investition. #contentmarketing #contentquality Klick um zu Tweeten

Wenn du dich in einer Branche oder einem Market behaupten willst, musst du dich noch mehr anstrengen, damit dein Content auch in Zukunft überzeugt und konvertiert. In Qualität zu investieren und diese kontinuierlich sicherzustellen muss ein Teil deiner Content-Produktion werden. Nur so kann Content-Qualität auch als Differenzierungsmerkmal funktionieren.

„Anbieter tun also gut daran, gezielt in Qualität zu investieren, und sie sollten die Sicherstellung derselben als klar definierten und für alle Verantwortlichen verbindlichen Unterprozess in die tragenden Wände ihrer Content-Strategie meißeln. Und nicht etwa als bloßes Lippenbekenntnis verstehen.“ (Andreas Quinkert)

Reibungslose Prozesse, ein gutes Team und Haltung: So geht Content-Qualität

Content-Qualität lohnt sich! Wichtig ist, dass du die Wünsche und Bedürfnisse deiner Zielgruppe kennst, diese mit deinen gesteckten Unternehmenszielen verknüpfst und bemüht bist, wirklich das Beste aus deinem Content zu machen, so dass du auch an den Gatekeepern vorbeikommst. Dafür brauchst du reibungslose Prozesse, ein gutes Team, die richtige Haltung und das Bewusstsein, was überhaupt Content-Qualität bedeutet.
Auch deine eigene, innerste Überzeugung, dein Warum, sollte durch deinen Qualitätscontent getragen werden. Hier geht es ganz klar um Haltung, Werte und das Beziehen von Standpunkten. Du kannst andere von dir und deinem Vorhaben nur dann überzeugen, wenn diese Botschaft ganz klar kommuniziert wird. Content Marketing ist letzten Endes „nur“ ein (Kommunikations-)Tool, um dein Warum in die Welt zu tragen und deine Vision und deine Mission zu erfüllen.

Kommentare 6

  1. Sehr guter Artikel, gratuliere! Ich gehe in allen Punkten einig.
    Als Prozess, um Content nützlich zu gestalten, empfehlen wir jeweils die Micro-Moments Analyse. Das Konzept wurde 2015 von Google vorgestellt. Wir sehen in vielen Projekten, wie sich die Analyse in relevanteren Inhalten wiederspiegelt. In Kombination mit Fragestellungen aus Answerthepublic.com ergibt sich eine gute Ausgangslage für ein breit abgestütztes Content-Briefing. Das kann man dann noch mit der Searchmetrics Content Experience noch präziser aussteuern.
    Aber am besten nimmt man eins nach dem andern 😉

    • Hallo und danke für das Lob. 🙂
      Ja, über die Micro Moments habe ich auch schon geschrieben. Sie sind ein wirklich guter Referenzrahmen in der Customer Journey hinsichtlich der Content Erstellung und seine Überarbeitung bzw. Aufwertung.
      Content Briefings und Audits sind eine tolle Sache, um seine Content-Qualität in Angriff zu nehmen.

  2. Danke für einen wirklich spannenden Vortrag beim Content Day.
    Die Qualität hängt nämlich vom Inhalt ab und nicht vom Container (fancy slides vs. Flipchart)!

    • Lieber Michael,
      vielen Dank für deinen Zuspruch. Manch einer sagte, es sei „mutig“ gewesen ohne Präsentation auf die Bühne zu gehen. Ich sage, das passt zu mir.
      Das Wichtigste ist definitiv der Inhalt und den gibt es ja online, wie man sieht. 😉

  3. Sehr hilfreiche Informationen für einen Business-Starter wie mich. Wird alle diese Tipps berücksichtigen. Danke für die Veröffentlichung.

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