Warum es keinen Sinn macht über Produkte zu bloggen

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Warum es keinen Sinn macht über die eigenen Produkte zu bloggen.

In Content-Marketing-Workshops fällt immer weder die Idee, über die eigenen Produkte und Dienstleistungen zu bloggen. Meist stimmen alle Beteiligten – vorausgesetzt sie arbeiten im selben Unternehmen – diesem Vorschlag begeistert zu. Worüber sollten sie auch sonst bloggen, so der Tenor, schließlich ist es ja genau das, was sie können und das Unternehmen ausmacht! Oder nicht?
In sehr vielen Fällen trete ich dann als Spielverderberin auf und crashe die Party mit dem Einwand, dass ich das für eine suboptimale Lösung halte. Bamm! Schock in den Gesichter. „Ja spinnt sie denn total?“, fragen sich die einen oder anderen in diesem Augenblick. Und ich kann sie absolut verstehen! Ja wirklich. Trotzdem, der Denkansatz über die eigenen Produkte und Dienstleistungen im Corporate Blog zu bloggen ist leider völlig falsch.

Über was sollen wir denn sonst bloggen?

Warum macht es keinen Sinn über die eigenen Produkte und Dienstleistungen auf dem Corporate Blog zu schreiben? Ganz einfach, weil unsere potenziellen LeserInnen und zukünftigen KundInnen die Lösung ihres Problems noch nicht kennen und daher auch die Lösung nie googlen werden!

Sie suchen nach dem Problem, das sie beschäftigt.

Sie googeln nach dem Ziel, das sie erreichen möchten.

Das ist es, was wir in unseren Blogs thematisieren müssen: Pain Points, Pain Point, Pain Points!

So einfach ist es und gleichzeitig so schwierig. Was du unbedingt machen musst, damit dein Corporate Blog besucht und gelesen wird und damit überhaupt erst die Gelegenheit bekommt Unternehmensziele zu erreichen, ist, die Perspektive zu ändern. Komm raus aus den Corporate-Denkmustern und schlüpfe in die Rolle deiner Buyer Persona, deines idealtypischen Kunden.

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Das „Corporate-Blog-Produkt-Problem“

Ja, wir alle lieben unsere Produkte und Dienstleitungen, aber sie haben ein Problem. Lass es mich dir anhand eines fiktiven, aber anschaulichen Beispiels erklären:

Stell dir vor, du hast ein innovatives Gerät entwickelt, das Lebensmittel auf natürliche Weise haltbar macht, ohne dass du dafür eine Kühlung bräuchtest. Sagen wir weiter, es wäre eine Art Energiefeld-Pistole, die bewirkt, dass die Oberflächenstruktur der Lebensmittel versiegelt wird, so dass sie nicht mehr mit der Umwelt reagieren kann und auch für Keime nicht angreifbar wird. Das heißt, du könntest Lebensmittel außerhalb von Kühlschränken und Kühlhäusern lagern, ohne dass sie verderben. Setzen wir noch eins oben drauf und sagen wir, dass die Investition in so ein Ding, geringer ist, als der Stromverbrauch einer 100m² Kühlhalle in drei Jahren.

Stell dir jetzt vor, dass du ein Bauer bist, der seine landwirtschaftlichen Produkte gerne einlagern würde, damit er sie übers ganze Jahr direkt an KonsumentInnen, ohne Zwischenhändler, verkaufen kann. Was er dafür bräuchte, ist ein riesiges Kühlhaus oder sogar meherere, weil er Äpfel und Kartoffeln nicht nebeneinander lagern kann. (Keine Ahnung, ob das stimmt, aber ich behaupte es einmal.) Unser Bauer hat aber leider nicht so viel Geld, um diese Investition zu tätigen. Er ist also weiterhin darauf angewiesen, seine Ware innerhalb der Saison (wo sie bekanntlich am günstigsten ist), an einen Zwischenhändler mit Kühlhaus zu verkaufen. Das Resultat: Der Bauer verdient weniger als er könnte, da er in der Hauptsaison mit massig Angebot, verkauft und der Endkunde zahlt mehr als er müsste, da er nicht direkt vom Produzenten kauft.

So, jetzt haben wir einmal das „Spielfeld“ abgesteckt. Wie würdest du in dieser Situation deine innovative Lösung mittels Corporate Blog und Content Marketing in Szene setzen? Macht es Sinn über dein Produkt zu bloggen, über die Funktionsweise der Energiefeld-Pistole, über ihre Eigenschaften und Besonderheiten? Vielleicht ja, aber der Bauer würde dich dennoch nicht über Google finden, weil er keine Ahnung hat, dass es dich und dein innovatives Produkt überhaupt gibt!

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Menschen wollen Lösungen, keine Produkte

Die Menschen da draußen, deine potenziellen LeserInnen und KundInnen, interessieren sich nunmal nicht für dich und deine Produkte – außer du hast es geschafft dich selbst als Marke und Statussymbol zu positionieren! Sie kümmern sich um sich selbst, ihre eigenen Probleme und ihren schnellsten Weg zum Erfolg. Wenn du ihnen dabei helfen kannst, dann prima, tu das! Nur so wirst du es schaffen, ihre Aufmerksamkeit auf dich zu lenken.

Worüber könnstest du innovativer Energiefeld-Pistolen-Hersteller also bloggen, um den Bauern auf dich aufmerksam zu machen? Wie wäre es etwa mit diesen Blogbeiträgen:

  • Warum Kühlhäuser in der Lebensmittelindustrie nicht unumgänglich sind
  • Wie Sie es schaffen, Ihre Ernte das ganze Jahr lang frisch zu halten – ohne Kühlhaus
  • Warum sich Ab-Hof-Verkauf sowohl für Produzenten, als auch für Konsumenten auszahlt
  • Die Trends 2017 in der landwirtschaftlichen Produktion (hier auch auf andere Lösungen verweisen!)
  • Wie landwirtschaftliche Erzeuger langfristig ihren Umsatz steigern können
  • usw.

Du siehst also, es wäre wenig sinnvoll (zumindest zu Beginn und mit Blick auf SEO) einen Beitrag über innovative Energiefelder und molekulare Oberflächenstrukturen zu schreiben. Das wäre zwar für Wissenschaftler interessant, aber nicht für jene, an die du dein Produkt verkaufen willst. Du musst die Welt mit den Augen deiner Zielgruppe sehen. Erst dann kannst du erfolgreich bloggen!

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Thematische Schnittmenge finden

Schon klar, ein Corporate Blog dient nicht nur der Bespaßung und Beglückung von UserInnen. Was wirklich guter Content leisten muss, habe ich bereits in diesem Beitrag erarbeitet. Wichtig ist also auch ein konstanter Bezug der Content-Themen zu deinem Business – sonst wird das nichts mit den Unternehmenszielen.

Am sinnvollsten ist es daher die Schnittmenge zwischen Themen, die für dich als Unternehmen relevant sind, und jenen, die für deine KundInnen relevant sind, zu finden. In dieser thematischen Schnittmenge darfst du dich in allen Content-Formaten breit machen und mit deiner Arbeit Spaß haben.

Achte bei der Themenfindung nicht nur darauf, was die Leute suchen, sondern auch wie.

  • Welche Begriffe nutzen die UserInnen wirklich?
  • In welchem Zusammenhang verwenden sie diese Begriffe, selbst wenn es der falsche Zusammenhang ist?
  • Gibt es Assoziationen zu deinem Thema, die häufig gesucht werden und an denen du dich anhalten kannst, selbst wenn du im Text selbst eine komplett andere Richtung wählst?
  • Gibt es ExpertInnen in deinem Gebiet, die immer wieder zitiert werden? Kannst du hier anknüpfen?
  • Scheue auch vor kritischen Themen in deiner Branche nicht zurück. Zeig Profil und nimm Position ein, auch das bringt dir LeserInnen und Traffic.

Es gibt so viele Möglichkeiten über Produkte und Dienstleistungen hinaus potenzielle KundInnen zu erreichen. Du musst nur deine Corporate-Scheuklappen ablegen und die Position eines Webseitenbesuchers einnehmen. Simple as that!

Willst du weiterhin über Produkte und Dienstleistungen bloggen oder möchtest du deinen Corporate Blog neu aufrollen? Welche Herausforderungen oder Stolpersteine siehst du in deiner täglichen Arbeit bei der Themenfindung? Lass es mich wissen und hinterlasse einen Kommentar!

Wie wäre es mit Corporate Blogs, die Menschen auch wirklich lesen? Gehen wir es gemeinsam an.

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  1. Pingback: Welche Inhalte haben nichts in Corporate Blogs zu suchen?

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