Warum Micro-Content der Schlüssel zu deiner Zielgruppe ist

Kommentare 2
Wie du Micro-Content für dein Business einsetzt

tl;dr: Micro-Content ist hilfreicher und relevanter Content im Mini-Format. Er ist ein Service für deine Dialoggruppe, die heute ausgiebig mobil im Internet surft. Du ermöglichst so schnelle und problemlose Interaktion, auf genau jenen Kanälen und mit genau jenen Formaten, die deine Zielgruppe bevorzugt.

Letztes Mal habe ich Micro-Content und Slow Blogging als Reaktionsmöglichkeiten auf den Content Shock – oder sagen wir die steigende Zahl an Online-Inhalten – vorgestellt. Die meiste Zustimmung aus den sozialen Netzwerken sammelte das letztere Konzept, was mich doch etwas erstaunte. Ein Grund mehr für mich diesem „unbekannten Wesen“ Micro-Content etwas auf den Zahn zu fühlen.

Du erfährst in diesem Beitrag,

  • was Micro-Content ist und warum er heute so wichtig ist,
  • was er für dein Business leisten kann,
  • warum Micro-Content der Schlüssel für deine mobile Zielgruppe ist und
  • wo du sofort konkrete Maßnahmen setzen kannst.

Was ist Micro-Content?

Micro-Content ist auf den ersten Blick das genaue Gegenteil dessen, was Content-Marketing predigt – lang wirkender Evergreen-Content. Aber nur auf den ersten Blick und auch nur dann, wenn du nicht das ganze Potenzial von Micro-Content kennst. Aber keine Sorge, genau das wird sich mit diesem Beitrag ändern.

Fangen wir mit dem Grundsätzlichen an. Was ist Micro-Content eigentlich? Dazu schreibt Jesse Aarone auf Buzzsumo.com:

“A simple explanation is that microcontent is any type of public or published content delivered in a bite sized quantity. The idea behind it is to get a potential audience interested as quickly and efficiently as possible. The term can apply to a variety of media types such as images, audio, video, URLs, Metadata, emails, text messages, trackbacks and more. In truth, it can be applied to any medium so long as the message remains short in context.”

Micro-Content: Relevanter Inhalt im Mini-Format. Klick um zu Tweeten

Mobile loves Micro

Das klingt gut, aber warum ist die Kürze denn so wichtig? Laut der letzten ÖWA Plus Studie nutzen 60% der über 14-jährigen Online-NutzerInnen das Internet auch auf ihren mobilen Endgeräten, während nur 40% das Netz ausschließlich auf fixen Rechnern besuchen. Social-Media-Apps stehen dabei ganz oben auf der Nutzungsskala. Für Deutschland habe ich auf haufe.de eine interessante Infografik gefunden.

Der Trend zur mobilen Nutzung des Internets steigt also konstant – und das ist mit Sicherheit nicht auf Österreich und Deutschland beschränkt. Wir lieben mobiles Internet! Wie wir es früher bloß ohne ausgehalten haben!?

Aus deiner persönlichen Erfahrung weißt du mit Sicherheit, dass nicht alle Online-Inhalte für die mobile Nutzung optimiert sind. Und ich sage es hier ganz offen: ausführliche Evergreen-Content-Blogposts gehören definitiv dazu!

Ich gebe es jetzt erstmals öffentlich zu: Ich will keine ewig langen Beiträge auf meinem iPhone lesen! Nein. Ich will ein kurzes Infohäppchen, worum es genau geht und dann will ich es in mein Pocket verschieben und für später bookmarken!

Jetzt bitte ich um ein klares Handzeichen, wem es ebenso geht. 🙂

Neben der Tatsache, dass es für viele von uns anstrengend ist lange auf einem Smartphone zu lesen und dadurch ein gewisses Service für mobile NutzerInnen ein Muss für professionelle OnlinerInnen ist, macht Micro-Content auch im Rahmen deiner Online-Arbeit Sinn. Micro-Content sollte zu einem zentralen Puzzle-Teil deiner Content-Promotion-, Content-Curation- und Social-Media-Strategie werden.

Mobile Internet-Nutzung verlangt nach Micro-Content. Klick um zu Tweeten

Micro is social

Soziale Netzwerke sind ein wichtiger Bestandteil unserer Gesellschaft geworden, ob man das will oder nicht, es für gut befindet oder nicht. Sie gehören zum Leben und sie gehören vor allem auch ins Business. Jedes dieser Netzwerke hat dabei seine Eigenheiten und Charakteristika und je nachdem welches du beruflich hauptsächlich nutzt bzw. nutzen möchtest, solltest du deinen Micro-Content auch dahingehend anpassen.

Anpassen heißt jetzt aber nicht, einfach mal hier und da einen Link zu deinem neuen Beitrag zu teilen. Anpassen heißt ganz klar: ein eigenes Content-Häppchen erstellen, das sehr wohl für sich alleine stehen könnte, und bereits in dieser minimalen Form deinen UserInnen einen Nutzen bringt. (Welchen Nutzen? Was sucht deine Zielgruppe im Netz?)

Es geht hier also wirklich um relevante, kurze und hilfreiche Informationen in einem Format, das an das Netzwerk und deine Dialoggruppe angepasst ist. Natürlich kannst sollst du dabei auf die Quelle – den Content Hub, wie es Robert Weller in seinem Beitrag formuliert hat – verweisen. Aber die Chance, dass deine User sofort zum Artikel weiterklicken, ihn komplett durchlesen, von ihrem Mobile Device aus kommentieren und sofort teilen ist, seien wir mal ganz ehrlich, minimal!

Gib ihnen also die Möglichkeit dir, in einem kleinen und angemessenen Rahmen, ihren Zuspruch und ihr Wohlwollen auszudrücken. Sei sozial, komm ihnen auch mit deinem Content einen großen Schritt entgegen.

Micro-Content ist eigenständiger, für soziale Netzwerke optimierter Content. Klick um zu Tweeten

Micro-Content ist Zielgruppen-Service

Um es noch einmal klar auf den Punkt zu bringen, was Micro-Content für dein Business bedeutet:

Indem du dich an das wandelnde Online-Nutzerverhalten anpasst, bietest du deiner Zielgruppe die Möglichkeit, sofort und ohne große Hürden mit deinem Content zu interagieren. Du bietest hiermit ein weiteres, hilfreiches (!) Service an, das mit Sicherheit – Relevanz vorausgesetzt –  positiv aufgefasst werden wird!

Micro-Content ist passgenaues Zielgruppen-Service. Klick um zu Tweeten

Und damit du mit diesem neuen Verständis über Micro-Content sofort durchstarten kannst, habe ich dir drei Einsatzmöglichkeiten herausgesucht. Weitere Ideen findest du weiter unten in der Link-Box.

3 Möglichkeiten Micro-Content zu implementieren

Micro-Content für deine Content-Promotion:

Ich habe es oben bereits erwähnt. Wahllos Links in soziale Netzwerke zu schleudern und das auch noch ohne jeglichen Begleittext (Twitter hier einmal ausgenommen) ist vergeudetes Potenzial. Bei so vielen Links, die geteilt werden, kannst du als Netzwerk-UserIn unmöglich auf alle draufklicken, um zu sehen, ob sie für dich tatsächlich interessant sind. Serviciere also deine Dialoggruppe, gib ihnen einen Einblick, ein Info-Häppchen, das auf den Content-Hub verweist und dennoch für sich selbst stehen kann.

Wie? Versuche es mit Zitaten, Bildern mit kurzen Insights aus deinem Artikel, interessanten Statistiken (immer nur eine Zahl!), Infografiken, Mini-Videos, Podcast-Teasern, Leser-Stimmen (also z.B. bereits veröffentlichte Kommentare zum Beitrag), FAQs, usw.

Micro-Content im Rahmen der Content-Curation:

Content Curation ist für mich – aber nicht nur für mich – ein ganz wichtiger Bestandteil einer Content-Marketing-Strategie. Bei so vielen hervorragenden Inhalten im Web wäre es schade, wenn deine Zielgruppe etwas für sie Relevantes verpasst, nicht war? Genau deshalb setzt du Content-Curation ein.

Die einfachste und sinnvollste Art fremde Inhalte für dich und deine Anliegen zu nutzen, ist Micro-Content. Und zwar in Form von kurzen Inhaltsangaben und Introtexten, in denen du den Nutzen des geteilten Artikels für deine UserInnen noch einmal herausschreichst.

Eine ähnliche, aber doch andere Möglichkeit sind Reviews und Wochenrückblicke. Finde ein Format und eine Frequenz, die für dich und deine Dialoggruppe passt und mache daraus einen fixen Punkt in deiner Content-Curation-Strategie.

Call-to-Actions im Micro-Format:

Bring dein Kunden-Versprechen und eine klare Handlungsanweisung in ein Micro-Content-Format und schick es raus in die Welt! Klingt einfach? Ist es aber nicht! Was du dafür brauchst ist ein wirklich gutes Sprachgefühl und einiges an Erfahrung – oder Talent. Soll es ja geben.

Was hier zählt ist alle relevanten Infos in so wenig Text wie möglich zu packen und es mit Bild oder Ton so zu kombinieren, dass es einen maximalen Effekt erzielt. Die Headline muss dabei bombenfest sitzen! …ach ja, und das Versprechen solltest du natürlich auch halten. 😉

Drei Tipps für den schnellen Micro-Content-Einstieg. Klick um zu Tweeten

Das waren meine drei Tipps für den schnellen Micro-Content-Einstieg. Es gibt natürlich wahnsinnig viele Möglichkeiten Micro-Content einzusetzen. Halte einfach die Augen offen, schau bei der “Konkurrenz” vorbei oder versuche etwas, das so noch niemand aus der Branche gemacht hat. Sei mutig, kreativ, aber vergiss nicht, sei auf alle Fälle minimalistisch!

 

Und nun, was sagst du? Hat sich deine Meinung zu Micro-Content verändert? Was sind deine nächsten Schritte?

Ich-will-noch-mehr-Links-Box:

How to optimize social media marketing efforts using Microcontent auf Pictochart – Englisch: Sehr guter Überblick mit vielen Beispielen, damit du nicht ewig nachdenken musst, was jetzt eigentlich damit gemeint ist.

Visual Micro Content ist das Killer-Tool im Content Marketing auf The C3 Magazine – Deutsch: Geht der Frage nach, warum wir so wenig visuellen Micro-Content einsetzen, wenn er doch so beliebt, leicht konsumierbar, teilbar und mobile-optimiert ist.

10 Ways To Incorporate Micro Content Into Your Social Media Strategy auf agorapulse.com – Englisch: Brooke Ballard erklärt dir in einigen effektiven Beispielen, wie du Micro-Content in deine Social-Media-Strategie integrierst.

6 Easy Ways to Adapt Your Writing Style to the New World of Content Consumption auf copyblogger.com – Englisch: Wie schreibst du die besten Inhalte für deine Micro-Content-Zielgruppe?

Kommentare 2

  1. Pingback: SEO Auslese August 2015 | Projecter GmbH

  2. Pingback: Was Micro Content mit Donald Trump und Goldfischen zu tun hat

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.