Was ich aus meinen misslungenen Facebook Werbeanzeigen über dich und über mich gelernt habe

Kommentare 9
Erkenntnisse aus Facebook Werbeanzeigen - keen communication

Hast du auch schon einmal versucht Facebook Werbeanzeigen zu schalten? Hast du es getan? Wie zufrieden warst du mit dem Ergebnis? Ich oute mich hier vor der gesamten Netzgemeinde und sage: Ja, ich habe es versucht und nein, sie brachten mir nicht die erhofften Ergebnisse.

Heißt das, dass Facebook Ads nichts taugen? Nein. Es bedeutet, dass ich falsche Erwartungen an eine technische Lösung geknüpft habe. Diese Erfahrung war sehr wertvoll, denn sie hat mich erkennen lassen, wo ich noch Handlungsbedarf habe. Und es hat nichts mit der Art der Werbeanzeige zu tun, ob Custom Audiences, Retargeting Anzeigen oder was auch immer: Werbung kann nur so gut sein, wie die Arbeit, die ihr voran geht.

Aber gehen wir’s der Reihe nach an. Alles begann mir dem Facebook-Ads-Manager…

Wenn die Reichweite sinkt, schalte Werbung – oder?

Wenn du mir auf Facebook folgst, wirst du bemerkt haben, dass ich ab und an auch auf Werbung setze. Ich habe nichts gegen Werbung. Ich bin ihr gegenüber kritisch, aber nicht negativ eingestellt. Gerade bei Facebook, dass ich als Kommunikations- und nicht als Werbemedium sehe, finde ich es absolut vertretbar für mehr Reichweite auch Geld zu verlangen. Das ist beim Radio, Fernsehen und Print ja nicht anders. Die haben alle eine gut ausgelastete Anzeigenabteilung.

Anders als bei Google, können wir auf Facebook weniger gezielt nach Inhalten suchen. Wir lassen uns im Feed mit Neuigkeiten berieseln und vertrauen darauf, dass uns der Facebook Algorithmus die passenden Infos zuspielt.

Und was ist, wenn das der Algorithmus nicht tut? Was wenn wir als Beitreiber einer Unternehmensseite einfach nicht durchkommen? Das ist doof. Wenn die Inhalte unserer Facebook Unternehmensseite wenig relevant sind, unsere potenziellen LeserInnen und Kunden kaum mit unseren beiträgen interagieren und damit unsere Inhalte immer seltener im Newslfeed auftauchen, kann man an vielen Stellen ansetzen.

Die schnelle Lösung?

Werbung schalten, ja klar! Denn diese wird uns ja gerne als Lösung für fehlende Interaktionen und Reichweite aufgetischt.

Werbeanzeigen als ultimativer Problemlöser? Ähm, nein! #facebook #ads #fehler Klick um zu Tweeten

Vielleicht was es die falsche Art von Werbung?

Natürlich habe auch ich das versucht! Ich liebe es eigene Erfahrungen zu sammeln. Außerdem sagen ja viele Online-Marketer, es sei so simpel. Gesagt, getan. Hallo Facebook-Werbewelt!

Meine ersten Gehversuche waren ernüchternd. So toll, so einfach und so effektiv war das nicht. Da kamen schon einige Fans und Likes zusammen, aber von Menschen, deren Namen ich weder aussprechen, noch lesen und schreiben konnte. Ob das wirklich die sind, die ich erreichen will? Eher nicht.

Ich möchte dir hier nicht im Detail all meine (Fehl-)Versuche beim Targeting meiner Facebook-Werbeanzeigen aufzeigen. Ich denke, viele von uns haben solche Erfahrungen in der einen oder anderen Art schon selbst gesammelt. Ich will dir zeigen, dass ich nicht davon verschont geblieben bin. Online-Marketing ist eben doch etwas anderes, als Onlinekommunikation

„Aber Ivana, bau doch ein Tracking-Pixel in deine Webseite ein! Das machen doch so viele und das ist super, denn dann weißt du genau, wer deine Webseite besucht und du kannst sie dann gezielt über den Anzeigen-Manager retargeten.“

So und so ähnlich lauteten die Tipps, die ich von Google und befreundeten Online-Marketern erhielt. Stimmt. Nur irgendwie schmeckte mir der Gedanke daran nicht.

Einerseits war da die Sache mit dem Datenschutz. Andererseits war da noch etwas, von dem ich bis vor Kurzem nicht wusste, wie ich es benennen soll. Es fühlte sich einfach nicht richtig an. Es war fast so, als würde ich Werbung, der Werbung wegen machen. Dabei wollte ich, dass Werbung einfach meine Kommunikationsmaßnahmen unterstützt.

Wo war der Fehler?

Werbung muss Kommunikation unterstützen, nicht ersetzen. #onlinekommunikation #werbung #fehler Klick um zu Tweeten

Der Fehler liegt nicht in der Werbung

Ich habe mich gegen das Facebook-Pixel entscheiden und ich heute kann ich dir auch gut erklären warum. Ich weiß, dass jetzt viele Online-Marketer den Kopf schütteln werden. Sollen sie. Ich kann sehr gut damit leben.

Ich bin keine Marketerin. Werbung ist nicht das Zentrum meines Interesses. Ich liebe es mit Menschen zu reden, sie kennenzulernen und ihnen mit dem, was ich weiß und kann, bestmöglich zu helfen. Dafür brauche ich nicht mehr, bessere und personenbezogenere Werbung, sondern schlicht und ergreifend mehr – Menschenkenntnis. Ich muss wissen, was meine Zielgruppe bewegt, welche Probleme sie hat und welche Sorgen, Wünsche und Ängste sie nachts wach halten.

Könnten mir Targeting Pixel dabei helfen? Vielleicht.

Sie können aber nur messen, was sich ohnehin derzeit auf meiner Webseite abspielt. Das zeigt mir mein Analysetool-Piwik genauso. Das Pixel kann mir nicht sagen, in welche Richtung ich mich als Unternehmerin mit meiner digitalem Kommunikation entwickeln muss, um neue Kunden zu gewinnen oder meine Kundenkommunikation zu verbessern. Aber genau das will ich!

Ich will mich mit und für meine Zielgruppe weiterentwickeln. Ich will Lösungen bieten, Fragen beantworten und Vertrauen aufbauen.

Datenschutzrechtlich fragwürdige Tools einzusetzen, trägt nicht zur Vertrauensbildung bei. Datenschutz im Content Marketing und in der digitale Unternehmenskommunikation im Allgemeinen ist (mir) wichtig. Nicht weil meine Dialoggruppen online irgendetwas zu „verbergen hätten“ und deshalb nicht getrackt werden wollen, sondern, weil es ein Zeichen von Vertrauen ist. Menschen wollen nicht auf Schritt und Tritt verfolgt werden!

Wie würdest du dich fühlen, wenn dir dein Partner einen Chip einsetzt, um immer genau zu wissen, was du machst und mit wem du dich sonst noch triffst? Das würdest du doch niemals zulassen. Zurecht! Was wäre das für eine Beziehung?

Ein Denkfehler als Quelle vieler Probleme

Im Prozess des gegenseitigen Kennenlernens wird die Bindung zwischen Menschen immer stärker. Das Vertrauen wächst. Die Menschen entwickeln sich gemeinsam weiter – oder trennen sich, wenn sie sehen, dass sie nicht zueinander passen.

Warum sollte ich einer verflossenen Liebe hinterherlaufen und ihr auch noch hinterherschreien, wie toll ich doch bin und was für eine grandiose Aktion bei mir gerade läuft? Genau so nehme ich Retargeting-Werbung oftmals wahr. Das Problem liegt aber nicht in der Art der Werbung selbst, sondern in einem einfachen Denkfehler:

Fehler in der Online- und Social-Media-Kommunikation lassen sich nicht durch Retargeting, Online Marketing und Werbeaktionen ausbügeln. Du musst an deiner Kommunikation arbeiten!

Für mich war daher klar, dass ich an meiner Kommunikation arbeiten musste. Ich habe einen meiner Fehler erkannt (an den anderen bin ich noch dran) und diesen nehme ich derzeit in Angriff. Ich bin mir sicher, dass mir meine Erkenntnis und die Veränderungen, die ich daraus ableite, mehr bringen als irgendwelche Werbeanzeigen oder eingebaute Pixel.

Verbessere zuerst deine Kommunikation, dann deine Werbung. #ads #fehler #erfahrungen Klick um zu Tweeten

Fehler erkennen – der erste Schritt Richtung Erfolg

Du fragst dich jetzt bestimmt, was mein Kommunikationsfehler war, oder? Es war eine Summe falscher Annahmen, die ich in Bezug auf meine Zielgruppe hatte. Ich dachte, ich

  • kenne die Bedürfnisse meiner Wunschkunden.
  • würde die Probleme potenzieller Kunden genau adressieren.
  • wüsste, wen ich mit meinen Inhalten anspreche.

Aber nichts von dem stimmte!

Ich lieferte guten Content, aber für die falsche Dialoggruppe: nicht für meine (potenziellen) Kunden, sondern für meine BranchenkollegInnen. Das war nicht schlimm, aber es führte mich nicht an mein Ziel, meine Webseite und meinen Blog aktiv für die Neukundenakqusie zu nutzen.

Was hat mir geholfen, den Fehler zu erkennen?

Die Vermutung, dass etwas nicht ganz stimmt, hatte ich schon länger. Daher habe ich mich in den letzten Monaten intensiv mit meiner Positionierung beschäftigt. Ich habe mich meinem Business wie einem Kundenprojekt genähert und dadurch erst gesehen, dass ich eine ganze Weile mit Scheuklappen durch die Gegend galoppiert bin.

Der Aha-Moment kam über Facebook. Ich teilte einen Beitrag mit der Frage, wann man was auf sozialen Netzwerken teilen sollte. Dieser Beitrag war erfolgreicher als meine anderen Beiträge, obwohl ich dachte, dass dieses Thema doch schon längst niemanden mehr interessierte.

Falsch gedacht!

Die ganze Zeit schaute ich aus meiner eigenen Perspektive auf meine digitale Kommunikation und nicht aus der Sicht meiner Kunden. Genau diesen Irrtum thematisiere ich regelmäßig bei meinen Kunden – und trotzdem bin ich selbst in die Falle getappt.

Ist mir das peinlich? Vielleicht ein wenig. Die Erkenntnis ist allerdings so wichtig, dass ich sie unbedingt mit dir teilen wollte.

Wir alle brauchen ab und an einen Blick von außen, um unsere Kommunikation objektiver beurteilen und dadurch effektiver gestalten zu können. Das Schlimmste was wir un können, ist alles so wie bisher zu machen und auf Veränderung zu hoffen. Sie wird nicht kommen – ob mit Retargeting-Funktion oder ohne.

Ich mag gute Werbung und ich finde es spannend, welche Möglichkeiten uns die digitale Kommunikation bietet – selbst, wenn ich nicht alles gutheiße. Aller Entwicklungen, Trends und Tools zum Trotz merke ich aber, dass es die Grundlagen sind, die auch heute noch über Erfolg und Misserfolg entscheiden.

Kommentare 9

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.