Content Shock – 3 Gegenmaßnahmen und eine Herausforderung

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Die Antwort auf den Content Shock ist Resonanz

Wer kennt es nicht? Kaum ist man ein langes Wochenende unterwegs und hat sich bewusst ein wenig Off-Time genommen, ist man – back to business – überrumpelt von der Flut der Emails und der Massen an neuen Beiträgen, die in den RSS-Feed eingetrudelt sind. Wer soll das alles lesen? Müssen wir das überhaupt alles lesen?

Der Content Shock lässt grüßen!

Natürlich wollen wir keine Entwicklungen, Trends und Neuerungen verpassen, aber die stetig steigende Zahl an Onlineinhalten ist für viele von uns, besonders im Bereich PR und Marketing, nicht nur eine Herausforderung, sondern auch eine echte Gefahr für die Unternehmenskommunikation. Warum? Weil diese Beschleunigung, der Zwang das Tempo laufend zu erhöhen, auf Kosten anderer wichtiger Faktoren geht, der Relevanz zum Beispiel.

Heute zeige ich dir daher meine drei besten Tipps, wie ich mit dem Content Shock umgehe und ich gehe kurz auf die Frage ein, ob Slow Blogging und Slow Marketing wirklich die Antwort auf die ständige Beschleunigung sind. Ich glaube nämlich nicht.

Content Shock in aller Munde

Zum Thema Content Shock gab es seit dem initialen Beitrag von Mark Schaefer immer wieder neue Beiträge, so auch auf diesem Blog. Daher möchte ich nicht mehr viel zu diesem Thema sagen. Ja, er ist real und es bleibt abzuwarten, wann sich die Spreu von Weizen trennt. Guter, originaler und nützlicher Content wird seine Leserschaft finden. Weniger gute Inhalte werden aussortiert bzw. ignoriert werden. Der Content Shock, den viele derzeit spüren ist meiner Meinung nach eine Übergangsphase, bis sich das Gleichgewicht von Angebot und Nachfrage eingependelt hat (in Anlehnung an den Gartner Hype Cycle).

Frühjahrsputz für deine Content-Quellen

Was ich immer wieder zu tun pflege, ist – auszumisten! Ich sage das bewusst so überspitzt, denn nur wenn wir die Arbeit richtig anpacken, werden wir den gewünschten Effekt sehen. Diese drei Schritte solltest du regelmäßig wiederholen:

  1. Email-Postfach aufräumen:
    Wie viele Newsletter hast du abonniert und wie viele davon liest du wirklich regelmäßig?
    Ich rate dir alle abzubestellen, bei denen du die letzten zwei Male keinen weiterführenden Link angeklickt hast. Ich habe so ca. 80% meiner Newsletter verabschiedet. Und weißt du was? Ich vermisse sie überhaupt nicht.
  2. Facebook Newsfeed aufräumen:
    Ähnlich wie mit den Newslettern, solltest du auch deine Gefällt-mir-Angaben auf Facebook einer ordentlichen Diät unterziehen. Und wenn wir schon dabei sind, können wir auch einige „Freunde“ entfernen bzw. ausblenden, die uns mit ihren Aussagen und Statements wertvolle Lebensminuten klauen. Nicht so schüchtern! Sie werden es ohnehin nicht merken und bei Gelegenheit kannst du sie ja wieder einblenden.
  3. RSS-Reader aufräumen:
    Falls du bisher keinen genutzt hast, hier meine ehrliche Empfehlung: Ja, ein RSS-Reader macht Sinn und bietet dir die Möglichkeit gezielt Infos zu sammeln und nach Themenbereichen zu sortieren. Falls du schon einen RSS-Reader hast, empfehle ich auch hier einmal ordentlich auszumisten. Lösche Feeds, die dir keinen echten Nutzen bringen und fasse die restlichen Feeds in für dich logische, thematische Einheiten zusammen.

Mit diesen drei Schritten tue ich mir regelmäßig einen großen Gefallen und ich bin mir sicher, dass es dir ebenfalls gut tun wird. Falls du noch einen Tipp für einen RSS-Reader oder andere hilfreiche Tools brauchst, dann empfehle ich dir diesen Beitrag.

3 einfache, aber hilfreiche Maßnahmen gegen den #Contentshock. Klick um zu Tweeten

Warum die Slow-Bewegung nicht die Lösung ist

Als Gegenbewegung zur konstanten Beschleunigung unserer Zeit, haben sich einige Slow-Bewegungen formiert: Slow Blogging, Slow Marketing und natürlich Slow Food. Während ich den Wunsch zur Entschleunigung verstehe und oftmals selbst verspüre, habe ich in einem kürzlich erschienenem Interview in der Wiener Zeitung noch eine andere Perspektive auf diese Entwicklungen gezeigt bekommen. Interviewt wurde der Soziologe Hartmut Rosa, der sich ausgiebig mit den Wirkungsaspekten der Beschleunigung auseinandergesetzt hat. Hier ein Zitat:

Moderne Gesellschaften können sich nur erhalten, wenn sie sich permanent steigern. Das gilt auch in der Wissenschaft oder im Sport. Damit sind eine Reihe von Problemen verbunden, denn es lässt sich nicht alles beschleunigen. Etwa die Art und Weise, wie wir die Welt wahrnehmen. (Hartmut Rosa in der Wiener Zeitung vom 26.10.2016)

Rosa führt weiter aus, dass die Lösung dieses Problems jedoch nicht die Entschleunigung sei, sonder die Steigerung von Resonanz.

Das Gegenteil davon [v.d. Beschleunigung, Anm.] ist nicht Langsamkeit, sondern Resonanz. Wenn ich mich lebendig fühle, wenn es Dinge gibt, die mich etwas angehen und auf die ich antworten kann, eine Spur hinterlassen in der Welt. Das macht das gute Leben aus. (ebd.)

Genau mit diesem Argument hat Rosa einen interessanten Punkt hinsichtlich der digitalen Unternehmenskommunikation  – zumindest aus meiner Perspektive – angesprochen. Slow Blogging und Slow Marketing können ein Zwischenschritt, aber nicht die Antwort auf den Content Shock sein. Wenn es um Resonanz geht, dann können es nur jene Inhalte sein, die für den Rezipienten einen tatsächlichen Unterschied im realen Leben machen. Die, wie Rosa es sagte, eine Spur hinterlassen und einen etwas angehen.

Die Antwort auf den Content Shock lautet nicht etwa Slow Blogging, sondern Resonanz. Klick um zu Tweeten

Die ehrliche Frage, die wir Content-ProduzentInnen uns nun stellen müssen lautet: Wann haben wir das letzte Mal Inhalte erstellt, die diese Kriterien erfüllen?

Macht dieser Beitrag für dich einen Unterschied in deinem Leben aus? Ich würde es mir wünschen, aber ob es so ist, kannst nur du mir sagen.

 

Wie wäre es mit einer Unternehmenskommunikation, die bei Menschen tatsächlich ankommt? Gehen wir es gemeinsam an.

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Kommentare 3

  1. Hallo Ivana,
    wieder ein interessanter Beitrag.
    Das regelmaeßige Ausmisten praktiziere ich seit Jahren. Es tut gut. So wie man es immer wieder auch im Haushalt, im Kleiderschrank, in der Garage tun sollte, muss es auch im E-Mail-Fach, auf PC-Ordnern usw. sein. Sonst wird man leicht zum Content-Messie.
    LG
    Gerhard

    • Servus Gerhard,
      ja absolut. Da eine Routine zu entwickeln, hilft sehr weiter un erspart einem langfristig gesehen viel Zeit.

      Danke für deinen Input!
      LG
      Ivana

  2. Pingback: Wissens-Schatz Social Media: 04.11.2016 - B2N Social Media

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