Die sieben Stadien des Content-Marketing-Life-Cycle

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Der Content-Marketing-Life-Cycle

Es gibt im Social Web ganz bestimmte “Spielregeln” für erfolgreiches Agieren, wobei der Begriff Erfolg immer von den persönlichen Zielen abhängig ist. Besonders im Marketing und in der Unternehmenskommunikation hat sich folgende Vorgehensweise als besonders wirksam erwiesen: Push-Strategien minimieren und Pull-Maßnahmen ausbauen. Das Content-Marketing hat sich dabei als vielversprechende Kommunikationsstrategie etabliert. Und obwohl viele MarketerInnen, PR-Treibende und UnternehmerInnen auf dieses Pferd setzen, verstehen doch die meisten den Charakter dieser Strategie nicht. Dieser Beitrag soll etwas Klarheit in in die ganze Sache, genauer gesagt den Content-Marketing-Life-Cycle, bringen.

 

Content-Marketing ist ein Marathon

Diese Aussage habe ich auf meinem Blog schon oft getätigt und ich wiederhole sie sehr gerne! 😉 Eine der größten und schwerwiegendsten falschen Annahmen im Bereich des Content-Marketing ist jene, dass einmal aufgesetzt, der Corporate Blog als Synonym des ganzes Ansatzes, ein Selbstläufer ist. Aber das stimmt nicht!

Content-Marketing ist eine integrierte Kommunikationsstrategie, die den gesamten Kommunikationskonzepten eines Unternehmens zugrunde liegt! Dieses Unternehmen hat gleichzeitig verstanden, wie das Social Web funktioniert und “lebt” diesen sozialen Charakter nicht nur online, sondern idealerweise auch offline. Denn, das “Online” wird vom “Offline” nur durch einen Griff in die Hosentasche getrennt. Content-Marketing erscheint mir zusehends als ein Online-Offline-Kommunikationsmarathon.

Content-Marketing ist zusehends ein Online-Offline-Kommunikationsmarathon. Klick um zu Tweeten

 

Kommunikation ist ein Kreislauf

Die menschliche Kommunikation – abgesehen vom Monolog – ist immer ein Ablauf von Informationsschleifen. Das Content-Marketing als Kommunikationsstrategie kann daher von dieser Form nicht allzu stark abweichen. Es hat auch in seiner einfachsten Umsetzung die Form eines Kreislaufs, zumindest sollte es diese haben.

Diese zyklische Struktur wird meist als Content-Marketing-Life-Cycle bezeichnet. Er beschreibt die wichtigsten Schritte innerhalb dieser Strategie, ohne dabei explizit vorzuschreiben, wie die einzelnen Schritte auszusehen haben. Diese musst du für jedes Projekt bzw. jeden Kunden neu mit konkreten Maßnahmen und Inhalten füllen. Wie? Das liegt an dir, deinem Können und deiner Erfahrung. Auch wenn die grobe Struktur gegeben ist, so ist doch jeder Content-Marketing-Life-Cycle ein Unikat.

Jeder Content-Marketing-Life-Cycle hat seine individuellen Inhalte. Klick um zu Tweeten

 

Wie sieht ein Content-Marketing-Life-Cycle aus?

Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten den Content-Marketing-Lify-Cycle zu beschreiben. Wie viele Stadien das Content-Marketing durchläuft, ist oft eine Sache der persönlichen Auslegung. Ich arbeite gerne mit einem detaillierten Schema, das sieben Stationen aufweist.

Diese sind:

  • Monitoring,
  • Zielgruppenanalyse,
  • Themenfindung & Keyword-Recherche,
  • Erstellung von Content,
  • Streuen von Content,
  • Auswertung und
  • Wiederverwertung.

 

Monitoring

Der erste Schritt einer umfassenden Content-Marketing-Strategie ist immer ein hochwertiges Monitoring. Das Monitoring liefert dir genau jene hilfreichen Daten, die du für ein effizientes und effektives Vorgehen brauchst.

Welche Parameter du im Auge behalten musst, hängt vom jeweiligen Projekt ab. Das Ziel deines Monitorings ist aber immer das gleiche: dein Thema, das Umfeld, die Dialoggruppen und das Unternehmen im Rahmen des Marktes, der Gesellschaft und des Social Web genau zu verstehen und verorten zu können. Das erfordert Zeit, Ausdauer und Einsatzbereitschaft – und es hört mit dem Übergang zum nächsten Schritt im Content-Marketing-Life-Cycle keinesfalls auf. Ein konstantes Monitoring gehört in jede Content-Marketing-Strategie!

Ein konstantes Monitoring gehört in jede Content-Marketing-Strategie! Klick um zu Tweeten

 

Zielgruppenanalyse

Nachdem dein erstes Monitoring ein realitätsnahes Bild des Ist-Zustandes ergeben hat, ist der nächste Schritt die Erstellung einer Buyer-Persona. Über die Wichtigkeit einer genauen Zielgruppe habe ich ja bereits öfter geschrieben, daher erspare ich uns hier ein ewiges Bla-bla.

Wichtig ist, dass jedes noch so kleine Stück Content an deine Zielgruppe angepasst ist. Der Köder muss dem Fisch schmecken und nicht dem Angler, erinnerst du dich? 😉 Genau so ist es auch hier. Je genauer du deine KundInnen beschreiben kannst, je besser du diese tatsächlich kennst, ihre Vorlieben, Wünsche und Sehnsüchte, umso besser.

Jedes noch so kleine Stück Content muss passen! Klick um zu Tweeten

 

Themenfindung & Keyword-Recherche

Bevor es um den eigentlichen Content geht, musst du vorab die relevanten Themenfelder und die dazugehörenden Keywords (Suchbegriffe) heraussuchen. Wonach sucht deine Buyer Persona tatsächlich und was kannst du tun, um ihr bei der Lösung behilflich zu sein? Was beschäftigt deinen Idealkunden, womit quält er/sie sich im Alltag herum, welches seiner/ihrer Probleme kannst du ihm/ihr abnehemen?

Nutze für deine Recherche unbedingt die Ergebnisse deines Erstmonitorings, beherzige aber auch immer den Input anderer Abteilungen. Was sagt der Verkauf, was der Kundensupport? Wo drückt deinen Kunden der Schuh?

Packe deine Ergebnisse in ein immer griffbereites Dokument, denn du wirst ständig auf neue, relevantere und interessantere Begriffe und Suchanfragen stoßen. Du wirst wahrscheinlich auch etliche Begrifflichkeiten wieder herausstreichen. Wichtig ist, dass deine Keyword- und Themen-Datenbank atmet, wächst und sich gemeinsam mit dir, deinem Unternehmen und deinen Kunden weiterentwickelt.

Themenfindung und Keyword-Recherche sind niemals abgeschlossen. Sei offen für Neues! Klick um zu Tweeten

 

Erstellung von Content

Erst jetzt geht es um die eigentliche Erstellung des Contents. Die wichtige Frage bei diesem Schritt lautet, welche Form von Content für deine Zielgruppe relevant ist, um ihre Probleme lösen und gleichzeitig dich als Marke und Unternehmen als vertrauenswürdigen Dialogpartner etablieren zu können. Die Bandbreite an Möglichkeiten ist groß: Blogbeiträge, Infografiken, Videos, Podcasts, kurze, tägliche Social-Media-Reminder, E-Books, Infopapers, usw.

Hier gibt es kein richtig oder falsch, nur ein passend oder nicht passend. Lass dich aber durch diese simple Aussage nicht täuschen! Nicht passender Content wird dir kurzfristig weder helfen noch schaden, jedoch kann er langfristig negative Folgen haben. Darüber hinaus ist dein Mitbewerb, mit seinen Inhalten, im Social Web nur einen Klick entfernt!

Ohne hier ewig darüber schreiben zu wollen, mein Verweis auf folgende Tatsache: Nicht die Herstellung von viel Content zählt, sondern jene von hilfreichem und relevantem.

Nicht viel, sondern guter Content zählt! Klick um zu Tweeten

 

Streuen von Content

Nur weil du hervorragende Inhalte online gestellt hast, werden deine potenziellen KundInnen nicht “von alleine” auf deine Webseite kommen. Leider! Es ist daher wichtig deinen Content durch das Social Web zu streuen. Content-Promotion und Content-Seeding sind die zwei häufigsten Fachausdrücke, die dafür genutzt werden. Hier geht es darum deine Inhalte über fremde Plattformen an die größtmögliche Zahl von potenziellen Dialogpartnern zu verteilen.

Du musst dafür nicht immer und überall präsent sein. Nutze jene Plattformen, die zu dir und deinem Unternehmen passen, wo sich deine Zielgruppe aufhält und die zu der Form deines Contents passen.

Du musst aber nicht nur deine eigenen Inhalte streuen, auch “fremder” Content kann für deine Ziele verwendet werden. Content-Curation ist der Begriff, der das Zusammenstellen, Empfehlen und Teilen unternehmensfremder Inhalte, die aber Relevanz für deine Zielgruppe haben, beschreibt. Warum sich Content-Curation für dich auszahlt (bzw. auszahlen kann) habe ich in diesem Beitrag genauer beschrieben.

Streuen, Lesen, Teilen - relevante Inhalte zählen, nicht der Autor. Klick um zu Tweeten

 

Auswertung

Autsch! Jetzt zwickt es einige MarketerInnen womöglich, denn die Messung und Evaluation von Content-Marketing-Maßnahmen ist immer “so eine Sache”. Trotzdem, es ist wichtig deine Arbeit und nicht zuletzt deinen Erfolg aufzeigen zu können. Außerdem ist die Evaluation auch nicht ganz so schwierig, wie sie auf den ersten Blick scheint.

Die Erfolgsmessung des Content-Marketings steht und fällt mit der Definition deiner KPIs (Key Performance Indicators). Im Social-Web kann viel gemessen werden, aber das heißt nicht, dass alles was gemessen werden kann, für dich auch einen Wert hat. Wichtig ist, dass immer mindestens zwei Messwerte in einen Bezug zueinander gesetzt werden und dann hinsichtlich der gesetzten Ziele evaluiert werden.

Mehr zum Thema Auswertung findest du z.B. beim Content Marketing Institute oder auch bei Park Sieben.

Evaluierung heißt auch deinen Erfolg zu verdeutlichen! Klick um zu Tweeten

 

Wiederverwertung

Jetzt hast du so viel Arbeit in deinen Content gesteckt und dann soll es das mit dem Klick auf “Veröffentlichen” gewesen sein? Zeit zum Umdenken! Guter und hilfreicher Content ist dein Zukunftskapital! Mit geringem Aufwand kannst du deinen bestehenden Content in eine andere Form bringen und so wiederverwerten.

Welche Möglichkeiten dir hier offen stehen, hat mein lieber Kollege Robert Weller erst vor Kurzem auf seinem Blog behandelt. Daher verweise ich dich gerne dorthin.

 

So schließt sich der Kreis(lauf) – Fazit

Das waren sie schon, die sieben Stadien des Content-Marketing-Life-Cycle. Mein Ziel war es, dir den zyklischen Charakter dieser inegrierten Kommunikationsstrategie aufzuzeigen. Menschliche Kommunikation ist immer ein Ablauf von Informationsschleifen und genau solche feedbackschleifen sind auch im Content-Marketing von zentraler Bedeutung.

Der Kreislauf hat einzelne Stadien, wobei jedes für sich stehen und bearbeitet werden kann. Die große Herausforderung beim Content-Marketing ist aber, dass an allen Stationen gleichzeitig gearbeitet werden kann und sollte. Einmal “erledigt”, kann eine Station bereits am nächsten Tag wieder hoch aktuell sein.

Ein wenig erinnert mich das ganze an Jonglieren mit sieben Bällen…Was meinst du?

 

Hast du Lust auf noch mehr Content-Marketing? Dann wäre mein Newsletter sicherlich das Richtige für dich.

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Kommentare 4

  1. Hallo Ivana,

    „Ich hoffe, dass alle die nach strategischen Ansätzen für Content Marketing suchen, hier bei uns fündig werden und vor allem, dass es ihnen hilft!“

    Davon gehe ich aus 😉

    Danke für Deine Artikelempfehlung. Eigentlich „schreien“ Deine beiden Artikel zu Content Marketing nach einem Gastartikel in meinem Blog 😉

    Beste Grüße

    Ralph

    • Servus!

      An mir soll es nicht scheitern, lieber Ralph, schick mir doch einfach eine Mail und wir besprechen alle Details. Ich freu mich von dir zu hören. 😀

      Liebe Grüße
      Ivana

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